Sind Sie fit für die Bilanzierung von Leasing-Verbindlichkeiten nach IFRS 16?

Über die Herausforderungen, die IFRS 16 in Bezug auf den Jahresabschluss mit sich bringt.

Das Jahresende ist zwar noch in weiter Ferne, dennoch beginnen bei vielen Unternehmen jetzt schon die Vorbereitungen für den Jahresabschluss. Die Bewertung von Finanzverbindlichkeit aus Leasingverpflichtungen nach IFRS 16 stellt dabei eine besondere Herausforderung dar.

Auch wenn der Sommerurlaub noch deutlich näher zu sein scheint als die nächste Silvesterfeier, ist es jetzt an der Zeit, sich mit unterschiedlichen Fragestellungen im Kontext des bevorstehenden Jahresabschlusses auseinanderzusetzen. Dazu gehören etwa die nachfolgenden: Können Liquiditätskennzahlen optimiert werden? Wie werden die Weighted Average Costs of Capital für das Impairment Testing ermittelt? Ist die Dokumentation für Ihr Hedge Accounting / Ihre Bewertungseinheiten wasserdicht? Oder auch das unliebsame Thema, welcher Zinssatz für die Diskontierung der Leasing-Verbindlichkeiten nach IFRS 16 angewendet werden muss. Die Beantwortung der letzten Frage haben wir anlassbezogen in einem kurzen Beitrag für Sie zusammengefasst.

IFRS 16 – Mit welchem Zinssatz diskontieren Sie?

Die Idee hinter IFRS ist klar: Jahresabschlüsse sollen vergleichbarer werden und wenn möglich, sollen die Bewertungen zum Marktwert erfolgen. Dass sich operatives Leasing beim Leasingnehmer nicht als Verbindlichkeit in der Bilanz findet, passte dabei in der Vergangenheit nicht ganz ins Bild. Seit 2019 ist das anders. Zukünftige Leasingraten werden kapitalisiert und nach IFRS 16 als Finanzverbindlichkeit mit dem Barwert ausgewiesen. Die zukünftigen Leasingverpflichtungen stehen fest. Übrig bleibt die Frage: Welcher Diskontierungsfaktor wird angesetzt?

Selten haben Finanzabteilungen je Leasingvertrag die zugrunde liegende Verzinsung parat. Deshalb wird in der Praxis vielfach die Incremental Borrowing Rate (Grenzfremdkapitalzinssatz bzw. IBR) des Leasingnehmers herangezogen. Die IBR zu ermitteln, ist dabei aber nicht minder anspruchsvoll.
Basierend auf den erwarteten Cashflows aus Leasingverpflichtungen wird die gewichtete Restlaufzeit je Leasinggegenstand errechnet.

Dabei wird zwischen den Parametern
(i) Restlaufzeit,
(ii) Währung Leasingverpflichtung,
(iii) Land der Leasingverpflichtung und
(iv) Art bzw. Verwertbarkeit des Leasinggegenstands unterschieden und darauf aufbauend ein Diskontierungssatz je Leasinggegenstand abgeleitet.

Der Diskontierungssatz besteht somit aus den Komponenten

(i) Risk-free rate (abhängig von Laufzeit und Währung – bspw. bei einer EUR-Leasingverpflichtung mit einer gewichteten Restlaufzeit von fünf Jahren wird der fünfjährige EUR-Swap-Satz herangezogen),
(ii) Credit Spread (die Marge, die auf den Basiszins aufgeschlagen wird – diese ist abhängig von der gewichteten Restlaufzeit, von der zugrundliegenden Bonität und der Art / Verwertbarkeit des Leasinggegenstands und
(iii) Länderrisikoprämie bzw. Country Risk (diese ist abhängig von der Laufzeit und dem jeweiligen Land der Leasingverpflichtung).

Um die passende Bonität für die Bewertung heranziehen zu können, wird einerseits auf die Bonität des jeweiligen Leasingnehmers und andererseits auf die Verwertbarkeit des jeweiligen Leasinggegenstands abgestellt. Als Prinzip gilt: Je niedriger die Verwertbarkeit, desto wichtiger die Bonität des Leasingnehmers (und vice versa). Bei einer Verwertbarkeit von null Prozent, werden Finanzierungskonditionen wie bei einer unbesicherten Finanzierung herangezogen (der Kreditrisikoaufschlag bzw. Credit Spread entspricht jenem einer unbesicherten Finanzierung). Bei einer Verwertbarkeit von 100 Prozent werden Finanzierungskonditionen wie bei einer besicherten Finanzierung herangezogen (der Credit Spread entspricht jenem einer besicherten Finanzierung).

Bei Schwabe, Ley und Greiner haben wir dazu einen schlanken und effizient implementierbaren Ansatz gefunden, der sich auch als praxiserprobter Zugang auszeichnet. Aufbauend auf Ihren Daten setzen wir ein IBR-Tool auf. Aus zukünftigen Zahlungsströmen werden gewichtete Restlaufzeiten und fristenkongruente Diskontierungsfaktoren errechnet. Asset-Klassen werden von Ihnen festgelegt und ebenfalls berücksichtigt. Ergebnis ist eine transparente Ableitung Ihrer Finanzverbindlichkeit aus Leasingverpflichtungen, abgerundet mit einem vollständigen Set an erforderlichen Marktdaten.

Wenn auch Sie von unserem effizienten Modell profitieren möchten, wenden Sie sich gerne an uns. Wir unterstützen Sie diesbezüglich im Rahmen Ihres Jahresabschlusses.



 

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