Treasury-Revision

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist wichtig.“

Treasury-Revision

Ungeachtet rechtlicher Vorgaben sollte jeder Treasury-Bereich regelmäßig durch eine interne oder externe Revision geprüft werden. Die Sicht eines kompetenten Dritten zeigt häufig Schwachstellen auf, die sich zu bereinigen lohnen.

Verlustfälle im Treasury-Bereich haben gemäß unserer Datenbank seit 1980 ein Schadensvolumen von über EUR 80 Mrd. angehäuft. Die häufigste Schadensursache liegt in einer mangelhaft limitierten oder gar unkontrollierten Umsetzung von Risikostrategien oder (fehlgeschlagenen) Spekulationen. Weitere Gründe sind mangelnde Risikotransparenz, fehlerhafte Bewertungen von Finanzinstrumenten, unzureichende Kenntnis eingesetzter Instrumente, unterschlagene Geschäfte oder operationale Fehler.

Gerne unterstützen wir Sie bei einer Treasury-Revision. Wir können diese erfahrungsgemäß sowohl zeitlich straffer als auch inhaltlich ergiebiger durchführen, als wenn sie durch Personen erfolgt, die nicht auf das Thema Treasury spezialisiert sind.  

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Wie schneidet die Treasury-Abteilung Ihres Unternehmens bei einer Revision ab?

Alle bisherigen Treasury-Revisionen von Schwabe, Ley & Greiner haben Optimierungspotenziale aufgezeigt. Diese können von Effizienzsteigerungen bis hin zu erheblichen, sicherheitsrelevanten Schwachstellen reichen. Teilweise tragen Betriebsblindheit oder von Vorgängern übernommene, nicht hinterfragte Abläufe zu Missständen bei. Der qualifizierte Blick von außen und ein übersichtlicher Abgleich mit Marktstandards durch uns kann wichtige Verbesserungsmaßnahmen aufzeigen.

Im Folgenden zeigen wir ausschnittsweise anonymisierte Kritikpunkte, die wir in vergangenen Treasury-Revisionen angemerkt haben. Vielleicht könnten sie auch für Ihr Unternehmen relevant sein?

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    KritikpunktBegründungVorgeschlagene Maßnahme

    Trotz eines erheblichen Anlagevolumens gibt es keine Anlagerichtlinie.Die fehlende Festlegung von Zielen und Grundsätzen sowie von ordnungsgemäßen Abläufen führt oftmals zu FehlentwicklungenAufsetzen einer Anlagerichtlinie durch Treasury und Freigabe dieser durch den Finanzvorstand.

    Verantwortliche der Tochterunternehmen leben die Finanzrichtlinien nicht in gefordertem Ausmaß.Wird die unternehmensweite Richtlinie in einzelnen Einheiten nicht gelebt, kann die Zentrale nicht genügend Kontrolle ausüben.Bei jeder Aktualisierung der Richtlinie müssen alle relevanten Personen sowohl den Erhalt als auch die Einhaltung schriftlich bestätigen.

    Sowohl die Rahmen- als auch die operativen Richtlinien werden nicht regelmäßig auf Aktualität geprüft.Die Weiterentwicklung des Unternehmens führt auch zu veränderten Anforderungen im Treasury. Veraltete und unpassende Richtlinien können Fehlverhalten fördern.Jährlich passt Treasury die Richtlinien an (falls notwendig) und der Leiter Treasury bestätigt die Aktualität gegenüber dem Finanzvorstand.

    Genehmigte Finanzinstrumente passen nicht zur Zielsetzung „Ausschließliche Absicherung des Grundgeschäftes“.Werden Instrumente genehmigt, deren Risikoprofil in keinem Zusammenhang mit dem Grundgeschäft steht, werden Spekulationen ermöglicht.Prüfung der genehmigten Instrumente auf Eignung zur Absicherung des Grundgeschäftes.

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    KritikpunktBegründungVorgeschlagene Maßnahme

    Eine konzernweite Übersicht über Zeichnungs- und Handelsberechtigungen ist nicht vorhanden.Das fehlende Wissen über konzernweite Berechtigungen stellt eine erhebliche Sicherheitslücke dar.Führung einer konzernweiten Übersicht und laufender Abgleich mit jenen Listen, die bei den Finanzpartnern aufliegen.

     

    Inaktive und ausgeschiedene Mitarbeiter haben weiterhin Zugang zu Systemen.Personen dürfen nach Ausscheiden aus dem Unternehmen keinerlei Berechtigungen besitzen.Führung einer Übersicht aller Berechtigungen jedes Mitarbeiters und Löschung bei Ausscheiden oder Wegfallen der Notwendigkeit des Zugriffs.

    Aufgrund fehlender personeller Ressourcen ist eine Funktionstrennung im Vertretungsfall nicht möglich.Die fehlende Trennung von kontrahierenden und abwickelnden bzw. kontrollierenden Aufgaben erhöht das operationale Risiko.Stellvertretungsregelungen müssen so gestaltet sein, dass zumindest das Vier-Augen-Prinzip umgesetzt wird.

    Ein Treasury-Mitarbeiter verfügt über mehrere System-User, um alle Aufgaben erfüllen zu könnenDie Mehrfachvergabe von System-Usern an eine Person widerspricht dem Grundsatz der personenbezogenen Nachvollziehbarkeit von Systemeingaben.Das Rechtekonzept der System-User muss so umgesetzt werden, dass jeder Mitarbeiter die ihm zugewiesenen Aufgaben erfüllen kann und ihm alle Systemeingaben zweifelsfrei zugeordnet werden können.

    Die Systemadministrationsrechte liegen bei Front Office.Personen mit Zahlungsberechtigung sollten nicht auch zugleich Systemadministrationsrechte haben, weil sie damit Konten, Nutzer und deren Rechte anlegen können.Vergabe der Administratorenrechte an Back Office oder an Treasury-fremde Abteilungen (z. B. IT).
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    KritikpunktBegründungVorgeschlagene Maßnahme

    Die Geschäftsverteilung zwischen Banken kann von Dritten nicht nachvollzogen werden.Eigeninteressen von handelnden Personen könnten verfolgt und dadurch Unternehmensziele (Kosten- und Risikominimierung) vernachlässigt werden.Einheitliche Festlegung, nach welchen Kriterien (Kostenminimierung, Vermeidung Klumpenrisiko etc.) die Geschäftsvergabe zu erfolgen hat.

    Entscheidungen über Bank- und Kontoverbindungen werden lokal getroffen. Eine Übersicht aller Kontoverbindungen liegt zentral nicht vor.Ein Wildwuchs an Kontoverbindungen und fehlende Bündelung führt zu Kostennachteilen.In der Richtlinie muss festgeschrieben werden, dass die Eröffnung oder Schließung eines Kontos zwingend die Zustimmung des Group Treasury erfordert.

    Eine Messung des Dispositionserfolges wird nicht durchgeführt.Eine Fehlallokation liquider Mittel (z. B. gleichzeitige Anlagen und Aufnahmen) und Zinsopportunitätskosten würden kaum oder erst spät auffallen.Jährlich sollte der Dispositionserfolg anhand vordefinierter Kennzahlen (z. B. durchschnittliche Verzinsung) gemessen werden.

    Zahlungen werden wöchentlich am Freitag durchgeführt. In diesem Zahllauf finden sich alle Zahlungen, die bis darauffolgenden Freitag fällig sind.Eine valutarische Zahlung am Freitag sowie Fälligkeitenvorgriffe sollten vermieden werden, um Zinsnachteile zu vermeiden.Festlegung (inklusive Verankerung in AEB), dass es wöchentlich einen Zahllauf (nicht Freitag) ohne Vorgriffe gibt.

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    KritikpunktBegründungVorgeschlagene Maßnahme

    Konzernweite Marktpreisrisiken sind nicht bekannt und werden nicht quantifiziert.Fehlendes Wissen über das Ausmaß der Risiken erschwert einen angemessenen Umgang mit diesen Risiken erheblich.Etablierung eines Risikoprozesses: Identifikation, Analyse, Quantifizierung, Strategie, Berichtswesen.

    Risikopositionen aus verschiedenen Währungen werden zur Ermittlung des Gesamtrisikos saldiert.Eine Saldierung führt bei unterschiedlichen Vorzeichen zu einer Unterschätzung des Risikos.Zur Ermittlung des (unkorrelierten) Gesamtrisikos müssen die absoluten Positionen addiert werden.

    Korrelationen zwischen den Währungspaaren werden nicht berücksichtigt.Dies führt zu einer Überschätzung des Risikos und gegebenenfalls zu falschen Sicherungsentscheidungen.Berechnung des korrelierten Risikos als Ausgangspunkt für Sicherungsentscheidungen.

    Stresstests und „Backtesting“ werden nicht durchgeführt.Die Annahmen des verwendeten Modells (z. B. Normalverteilungsannahme) muss nicht der Realität entsprechen. Ohne Überprüfung können Fehlannahmen nicht identifiziert werden.Im Zuge der Risikoquantifizierung sollten auch Stresstests (z. B. Worst-Case-Annahmen der letzten 10 Jahre) durchgeführt und die Berechnungen einem regelmäßigen Backtesting unterzogen werden.

    Positive Marktwerte aus Derivaten werden in der Kontrahentenrisikoanalyse nicht berücksichtigt.Positive Marktwerte stellen, gleich wie Anlagen, eine (potenzielle) Forderung dar, die dem Ausfallrisiko unterliegt.Einbeziehung von positiven Marktwerten in die Kontrahentenrisikoanalyse.
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    KritikpunktBegründungVorgeschlagene Maßnahme

    Eine Zielbonität ist auf Konzernebene nicht definiert.Die Unternehmensbonität bestimmt Finanzierungskosten, operative Freiheit, notwendige Sicherheiten sowie den Zugang zu Liquidität und sollte überwacht und gezielt gesteuert und werden.Vom Vorstand wird jährliche eine Zielbonität festgelegt. Die Einhaltung dieser Bonität wird von Treasury mittels festgelegter Methodik laufend überprüft.

    Konzernweit vereinbarte Financial Covenants in Finanzierungsverträgen sind nicht zentral bekannt.Mangelnde Überwachung und Steuerung der Financial Covenants erhöht das Risiko deren Verletzung und kann zu erhöhten Kosten oder Liquiditätsschwierigkeiten führen.Financial Covenants sollten einheitlich vereinbart und von Group Treasury (ggf. in Zusammenarbeit mit lokaler Gesellschaft) überwacht werden.

    Anlageziele sind nicht quantifiziert.Ohne Quantifizierung von Anlagezielen ist eine Erfolgsmessung nicht möglich.Zumindest messbare Renditeziele und Risikovorgaben sollten vom Finanzvorstand vorgegeben werden.
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