Kriterien zu „Angemessenheit“ und „baw“-Linien

Über Liquidität haben wir in den letzten Wochen schon in vielen Facetten berichtet. Heute werfen wir einen kurzen Blick zurück: In Absolutwerten betrachtet, verfügten „Corporates“ aus DAX, MDAX, ATX und SMI mit Ende des Geschäftsjahres 2019 über EUR 507 Mrd. an liquiden Mitteln und unausgenutzten Kreditrahmen. Das entspricht rund 3,4 Monatsumsätzen, wobei dieser Wert großen zeitlichen und branchenspezifischen Schwankungen unterliegt.

Eine Benchmark gibt aber noch keine Auskunft darüber, ob die vorhandenen Liquiditätsbestände und freien Linien auch ausreichend hoch bemessen sind. Gewisse Anhaltspunkte zur Versachlichung dieser Diskussion stellen Ratingagenturen – öffentlich zugänglich – zur Verfügung. Standard & Poor’s misst beispielsweise in einem Kriterium die Relation zwischen den verfügbaren Liquiditätsquellen und der in den nächsten 12 Monaten geplanten Mittelverwendung. Als „adäquat“ wird eingestuft, wenn die betreffende Kennzahl einen Wert von mindestens 1,2 erreicht, wobei man die Anwendbarkeit dieser oder ähnlicher Größen in der Krise natürlich in Zweifel ziehen kann. Wichtiger erscheint uns jedoch der klare Hinweis darauf, dass Kreditlinien mit Laufzeit „bis auf Weiteres“ (oder einer Restlaufzeit unter einem Jahr), NICHT der Reserve zugerechnet werden. Das unterstreicht – auf methodischer Ebene – den unsicheren Charakter dieser Linien und unsere Praxiserfahrung zeigt uns, dass die Abwägung von Kosten und Risiken in Bezug auf „baw“-Linien nun häufig anders ausfällt als vielleicht noch ein paar Monate zuvor.

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