Zwischen Sicherheit und Chaos mit Dominoeffekt

Cash-Pooling auf dem Prüfstand.

In Krisenzeiten steht das beliebte Konstrukt „Cash-Pool“ auf dem Prüfstand. Während normalerweise der Fokus auf den daraus genutzten Potenzialen liegt, wirft seine Existenz plötzlich viele Fragen auf. Worauf Sie in Ihrem Cash-Pool-Vertrag achten sollten, um sich für schwierige zukünftige Zeiten zu wappnen.

Viele international agierende Unternehmen haben ihre Liquiditätssteuerung durch Einführung eines Cash-Pools optimiert. Dabei wird die Liquidität der Teilnehmer zentral zusammengeführt und an jene mit Liquiditätsbedarf verborgt. Folglich können der externe Finanzierungsbedarf auf das Minimum beschränkt und Geldbeschaffungskosten reduziert werden.

Den vielen Vorteilen zum Trotz führt uns die Krise vor, wie ein derartiger Liquiditätsverbund eine Gefahr für die gesamte Gruppe darstellen kann (oder auch nicht). Ziehen Cash-hungrige Teilnehmer mehr der stark gefragten Liquidität als sie zurückzahlen können, dann ist womöglich nicht nur die eigene Existenz gefährdet, sondern auch die der gesamten Gruppe. Mit dem Cash-Pool-Vertrag setzen Sie den ersten Baustein im Hinblick auf die Krisenresistenz Ihres Cash-Pools. Wie gestalten Sie diesen aber „sicher“?

Was, wenn ein Cash-Pool-Teilnehmer in finanzielle Schwierigkeiten kommt?

Die wirtschaftliche Situation eines Cash-Pool-Teilnehmers zu kennen ist Voraussetzung, um die Zulässigkeit eines Cash-Pools zu beurteilen. Ein wesentliches Kriterium dafür ist die Werthaltigkeit der geborgten Gelder. Dafür muss die finanzielle Situation eines jeden Teilnehmers ermöglichen, gezogene Cash-Pool-Linien zurückzuzahlen. Besteht mit In Krisenzeiten steht das beliebte Konstrukt „Cash-Pool“ auf dem Prüfstand. Während normalerweise der Fokus auf den daraus genutzten Potenzialen liegt, wirft seine Existenz plötzlich viele Fragen auf. Worauf Sie in Ihrem Cash-Pool-Vertrag achten sollten, um sich für schwierige zukünftige Zeiten zu wappnen. überwiegender Mehrheit die Gefahr, dass im Cash-Pool angelegte Gelder nicht mehr zurückgezahlt werden können, dann ist die Werthaltigkeit fraglich und eine weitere Geschäftsbeziehung wäre im Drittvergleich unüblich. Also wäre in diesem Fall die Teilnahme am Cash-Pool nicht zulässig. Ein anderes Kriterium ist, dass die Vertragsinhalte interner Geschäfte über den Cash-Pool einem Drittvergleich standhalten können, also zum Beispiel die Vertragsinhalte marktüblich und die Margen bonitätsabhängig sind. Ein guter Cash-Pool-Vertrag legt diese Voraussetzungen dar und sichert ihre Beständigkeit.

Pflicht zur Information

Zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der Cash-Pool-Teilnehmer werden im Vertrag beiderseitige Einsichtsrechte und Informationspflichten verankert. Dazu zählen einerseits Finanzinformationen zur aktuellen Lage und vorausschauende Liquiditätsplanung. Letztere sollte den Liquiditätsbedarf aus dem Cash-Pool deutlich machen. Andererseits umfasst ein guter Cash-Pool-Vertrag auch Informationspflichten hinsichtlich qualitativer Aspekte. Beispielsweise zu vorherrschenden Geschäftsverläufen, drohenden Geschäftsrisiken und geplanten Veränderungen. Wichtig ist, dass jeder Cash-Pool-Teilnehmer das Recht hat, jederzeit entsprechende Informationen zu erhalten, um die wirtschaftliche Situation der anderen Parteien zu evaluieren und das dadurch für ihn entstehende Risiko einzuschätzen. Umgekehrt gilt klarerweise auch die Pflicht, Informationen zu liefern.

Es gilt die Geschäftsführerhaftung

Wenn man das Vertragswerk einhält, dann passt doch alles, oder? Nein, nicht unbedingt. Es obliegt der Geschäftsführung der teilnehmenden Gesellschaft, abzuwiegen, ob das Geld in den Cash-Pool fließen darf oder für den eigenen Bedarf zurückgehalten werden muss. Wer diese Verpflichtung nicht beachtet, muss im Insolvenzfall aufgrund seiner Geschäftsführerhaftung mit dem Vorwurf des „existenzvernichtenden Eingriffs“ rechnen und möglicherweise schwerwiegende Konsequenzen sowie Schadensersatzpflichten akzeptieren. In diesem Fall schützen weder unrechte Weisung eines Cash-Pool-Führers noch unrechte Inhalte im Cash-Pool-Vertrag vor der eigenen Verantwortung. Dieser Sachverhalt ist der Klarheit halber im Cash-Pool-Vertrag ebenso anzuführen.

Wie kann man das finanzielle Risiko der Gruppe eingrenzen?

Ein guter Cash-Pool-Vertrag umfasst auch teilnehmerspezifische Inhalte. Darunter zählt unter anderem, dass je Teilnehmer ein Cash-Pool-Limit definiert wird: ein maximaler Betrag, bis zu welchem dieser Teilnehmer Liquidität aus dem Cash-Pool ziehen darf. Es empfiehlt sich, vorausschauend nicht nur ein Gesamtbetragslimit, sondern auch ein Tageslimit zu definieren. Diese Limite sollten von der individuellen Kreditwürdigkeit des Teilnehmers abhängen und regelmäßig (zumindest jährlich) überprüft werden. Die Methode zur Berechnung der Kreditwürdigkeit ist ebenso Teil eines kompletten Vertragswerkes. Ob auch die Bank die definierten Cash-Pool-Limite berücksichtigt, ist nicht selbstverständlich. In der Auswahl von Cash-Pool-Banken und im Vertrag mit diesen sollte darauf geachtet werden. Eine entsprechende Software-Unterstützung hilft im weiteren Verlauf, die Einhaltung dieser Limite zu überwachen. Suspendierung statt Rauswurf Wenn die schlechte finanzielle Situation bei einem CP-Teilnehmer vorangeschritten ist, muss ein Rauswurf nicht die einzige Konsequenz sein. Es gibt Alternativen. Entschärft werden kann eine derartige Notwendigkeit, wenn im Cash-Pool-Vertrag auch die Möglichkeit einer einstweiligen Suspendierung von Teilnehmern eingeräumt wird. Die betroffene Einheit wird in diesem Fall vorerst ohne Kündigung vom weiteren Cash-Pool-Verlauf ausgeschlossen. Dies dient dem Schutz der restlichen Teilnehmer vor potenziell weiteren, daraus resultierenden Problemen. Wie ein etwaiger Anspruch auf liquide Mittel gehandhabt wird, kann auch im Vertrag geregelt sein. Entweder wird er sofort fällig, oder er wird in ein langfristiges Darlehen umgewandelt. Die vorausschauende Klärung dieses Sachverhalts im Cash-Pool-Vertrag und die durch eine Suspendierung verschaffte Zeit können für Betroffene existenziell sein.

Wenn an der Kündigung kein Weg vorbeiführt

Im schlechtesten Fall bestehen reale Kündigungsgründe, die es aber laut Vertrag nicht gibt. Sieht der Vertrag nebst dem ordentlichen Kündigungsrecht kein „sofortiges Kündigungsrecht“ vor, ist die Zulässigkeit des Cash-Pools nämlich von vornherein wieder nicht gegeben. Darüber hinaus sollten diese außerordentlichen Kündigungsrechte möglichst flexibel gestaltet werden, um auf ein etwaiges Risiko-Exposure sofort reagieren zu können. Diese sollten sich beispielsweise auch auf die Kreditwürdigkeit beziehen. Selbstredend, dass eine entsprechend kurze Kündigungsfrist für solche Fälle vorteilhaft ist.

Kontrollieren Sie also, dass Ihr Cash-Pool-Vertrag alle wesentlichen Kriterien beinhaltet, um für Krisenzeiten gewappnet zu sein. Das umfasst zumindest:

  • Umfassende Informationspflichten und Einsichtsrechte
  • Gesamt- und Tageslimite je Gesellschaft
  • Regelungen zur Suspendierung
  • Flexible Kündigungsgründe

Darüber hinaus sollten der Vollständigkeit halber auch Hinweise zu den folgenden Kriterien enthalten sein:

  • Werthaltigkeit
  • Drittvergleich
  • Geschäftsführerhaftung

Die sorgfältige Arbeit oder doppelte Kontrolle der Vertragsinhalte kann sich im Fall der Fälle wortwörtlich „auszahlen“.

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